Die offene Gesellschaft und ihre neuen Feinde
Raphael Bonelli über die Rolle moderner Tabus

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in: Forum katholische Theologie Jg. 41 (3/2025), S. 208-218
Die offene Gesellschaft und ihre neuen Feinde
Raphael Bonelli über die Rolle moderner Tabus
Raphael Bonellis jüngstes Buch trifft den Nerv der Zeit. Was wir nicht denken dürfen und warum (edition a: Wien 2025) lautet sein Titel. Der bekannte Neurowissenschaftler und Psychiater analysiert darin die Rolle gesellschaftlicher Tabus. Er tut dies anhand ebenso aktueller wie brisanter Beispiele gesellschaftspolitischer Entwicklungen.
Es gebe heute so gut wie keine Tabus mehr – so könnte man vielleicht meinen. Bonelli hält dem entgegen: Gerade unsere Gegenwartskultur mit ihren postfaktischen Tendenzen kennzeichne eine Fülle von Tabus. Ja, man könne geradezu von einer Tabu-Gesellschaft sprechen (186). So gibt es etwa die Denk- und Sprachverbote der neuen Political Correctness: Was bis vor kurzem geradezu selbstverständlich schien, das darf jetzt nicht mehr gesagt werden; was gestern noch undenkbar war, das gilt heute als normal. Zum anderen kann es teuer zu stehen kommen, einmal etablierte Tabus zu brechen. Personen des öffentlichen Lebens sind deshalb heute peinlich darauf bedacht, „in keines der unzähligen Fettnäpfchen zu treten, die von der
Tabu-Gesellschaft ausgestreut worden sind“ (191). Tabus verdanken ihre Macht den Mechanismen der sozialen Ächtung und der aggressiven Ausgrenzung; man denke etwa an mediale Diffamierung, Shitstorms, Canceln, Mobbing, Doxing und Ähnliches mehr.
Was sind Tabus?
Das Wort Tabu, das im 18. Jahrhundert Eingang in die europäische Sprachwelt fand, stammt aus dem Polynesischen. Es bedeutet so viel wie „unantastbar“, „heilig“. Zugleich bezeichnet es auch das „strikt Verbotene“ (11). „Im Kern deutet Tabu auf etwas Unaussprechliches hin – etwas, das aus instinktiven, vorrationalen Haltungen des Ekels oder auch der Ehrfurcht hervorgeht“ (12).
Das Tabu, dessen Bedeutung schon Sigmund Freud erkannt hatte (41-45), charakterisiere eine bemerkenswerte Ambivalenz: Zum einen bezeichne „es das Heilige, Reine und Erhabene, zum anderen das genaue Gegenteil, nämlich das zu Meidende, Unreine und Falsche. Beiden Wahrnehmungen ist gemeinsam, dass sie Abstand zum tabuisierten Objekt verlangen“ (12f).
Der Sinn von Tabus erschließt sich über ihre gesellschaftliche Rolle. Es handle sich um anthropologische Grundkonstanten, in denen sich die Wertordnung einer Gesellschaft sozusagen ex negativo widerspiegelt (188). Tabus geben Auskunft darüber, welche Werte eine Gesellschaft für sich als verbindlich erachtet und verteidigt. Religiös ausgedrückt also das, was einer Gesellschaft heilig ist, was ihr als unantastbar gilt.
Tabus schützen Werte, die menschliche Gemeinschaften konstituieren und stabilisieren. Wie? Indem sie Verhaltensweisen sanktionieren, die mit der Wertorientierung einer Gemeinschaft nicht vereinbar sind:
„Tabus sind Ausdruck eines geteilten Wertesystems, das den gemeinschaftlichen Zusammenhalt ermöglicht. Andererseits markieren Tabus klar Abgrenzungen nach außen hin. Nur wer sich an die Tabus einer Gesellschaft hält, ist ein vollständig akzeptiertes Mitglied. Tabubrüche stellen eine bestehende Ordnung infrage und können daher gesellschaftszersetzend wirken. Wer gegen ein Tabu verstößt, riskiert, ausgestoßen zu werden. Tabus erleichtern das Miteinander, weil sie einem das Nachdenken über richtiges Verhalten ersparen. Viele der herkömmlichen, über Jahrzehnte gereiften Tabus sind überaus nützlich […]“ (48).
Eine Gesellschaft ohne Tabus gibt es nicht und wäre auch nicht erstrebenswert. Es gelte jedoch zwischen nützlichen und schädlichen Tabus zu unterscheiden. Daher sei es unerlässlich, Tabus, egal ob tradiert oder trendig, kritisch zu hinterfragen (17).
„Die dysfunktionalen Tabus trennen, zersetzen eine Gesellschaft, die funktionalen einen sie. […] Die dysfunktionalen Tabus führen stets zu Widersprüchen […], sperren uns in einen engen Meinungskorridor, in dem wir das Offensichtliche und Logische nicht mehr aussprechen, ja nicht mal mehr denken dürfen. Die funktionalen Tabus erlauben unserem Denken und unserem Wesen, sich zu entwickeln und geben die dafür nötigen Grundbedingungen innerhalb einer Gesellschaft vor“ (182).
Darüber hinaus ist es wichtig zu verstehen, dass es bei der Errichtung und Durchsetzung von Tabus nicht nur um Wertordnungen, sondern auch um Vorherrschaft geht. Wenn es um Vorherrschaft geht, stellt sich die Frage, wie sie ausgeübt wird. Im Gegensatz zu nützlichen, funktionalen Tabus seien dysfunktionale Tabus „im Wesentlichen politisch, immanent, menschengemacht, willkürlich. Sie entwickeln sich aus einer politischen Ideologie heraus, deren Ziel gesellschaftliche Hegemonie ist“ (183). Eine Kritik dysfunktionaler Tabus, wie sie Bonelli vornimmt, ist deshalb zugleich ein Beitrag zur Ideologiekritik.
Europa, wie hältst du´s mit der Meinungsfreiheit?
Unter der Kapitelüberschrift „Der Fall der woken Mauer“ analysiert Bonelli Ausschnitte einer im Februar 2025 in München gehaltenen Rede des US-amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance. Vance äußerte sich darin besorgt über die Zukunft Europas:
„Die Bedrohung, die mich in Bezug auf Europa am meisten beunruhigt, ist nicht Russland, nicht China. Was mich beunruhigt, ist die Bedrohung von innen: der Rückzug Europas von einigen seiner grundlegendsten Werte[n]“ (19). […] „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es keine Sicherheit gibt, wenn man Angst vor der Stimme, der Meinung und dem Gewissen der eigenen Bürger hat. […] Was keine Demokratie überleben wird, ist, Millionen von Wählern zu sagen, dass ihre Gedanken, ihre Sorgen ihre Sehnsüchte, ihre Bitten um Hilfe ungültig sind, dass sie es nicht wert sind, überhaupt zur Kenntnis genommen zu werden. […] An die Demokratie zu glauben, bedeutet zu verstehen, dass jeder unserer Bürger Weisheit besitzt und eine Stimme hat, und wenn wir uns weigern, auf diese Stimme zu hören, werden auch unsere erfolgreichen Kämpfe wenig erreichen“ (32f).
Über die Motive für Vances europakritische Einlassungen wurde viel spekuliert. Bonelli interessiert, warum sie unter den politischen Kommentatoren eine derart breite Welle der Empörung und Entrüstung auslösten. Er diagnostiziert: Vance „berührte mit seiner unverblümten Rede zentrale Tabus des europäischen Establishments“ (26). Warum? Bonelli: „Jene, die über die Deutungshoheit dieser Tabus verfügen, die regierenden Politiker und Leitmedien, reagierten darauf mit Entrüstung und Ablehnung. Sogar vom Ende der amerikanisch-deutschen Freundschaft war die Rede“ (26). Bonelli zufolge haben wir es mit (teils unbewussten) Abwehrreflexen zu tun:
„Ein Zweifel an der Meinungsfreiheit in Europa kommt einer narzisstischen Kränkung gleich. Die EU sieht sich als Inbegriff von Freiheit und Demokratie, im Gegensatz zum Rest der Welt“ (33). Darüber hinaus vermutet Bonelli, dass Vances Rede „eine tiefe Angst berührt, die Angst vor dem Wandel“ (34).
Es stimmt nachdenklich, dass bei uns immer mehr Bürger den Eindruck gewinnen, nicht mehr sagen zu dürfen, was sie denken. Neueren Umfragen zufolge sehen nur mehr 40 Prozent der deutschen Bevölkerung die Meinungsfreiheit gewährleistet. Vor etwa 20 Jahren waren es noch über 80 Prozent, wobei sich der Eindruck weniger auf rechtliche Einschränkungen als auf die gefühlte Macht gesellschaftlicher Tabus bezieht. (Zur Thematik vergleiche R. Pfister, Ein falsches Wort. Wie eine neue linke Ideologie aus Amerika unsere Meinungsfreiheit bedroht, Spiegel: Frankfurt a. M. 2022.)
Tabus zu brechen, hat seinen Preis. Die gesellschaftlichen Konsequenzen können für den, der an den modernen Pranger gestellt wird, von der Schädigung der Reputation bis hin zum Verlust des Jobs reichen. Einen nicht geringen Preis zahlt indes auch, wer sich der Macht des Tabus beugt; wer sich von den neuen Denk- und Sprechverboten der selbst ernannten Sprachpolizei der Anständigen einschüchtern lässt: Man verbietet sich die freie Rede, läuft mit einer Schere im Kopf herum. Man wird zum Mitläufer. Man muss tatenlos zusehen, während andere den Ton angeben.
In modernen Gesellschaften treten nach Bonelli an die Stelle archaischer zunehmend politische Tabus: „Doch die archaischen Tabus verwandelten sich mit den komplexeren Gesellschaftsordnungen langsam in politische“ (51). Bonelli verweist auf den Zusammenhang von Tabu und Macht: Bei vielen Tabus der westlichen Welt geht es unter dem Vorwand gesellschaftlicher Entwicklung nicht zuletzt auch um kulturelle Hegemonie. Dabei ist oft nur ein kleiner Schritt „vom sozialen Zusammenhalt zum politischen Zwang“ (57). Die Geschichte totalitärer Systeme zeigt darüber hinaus einen Zusammenhang von Tabus, Macht und Sprache: „In jedem autoritären System waren Sprachtabus der Schlüssel zur Kontrolle der Gesellschaft“ (57).
In der Moderne und seit der Aufklärung kam es zunehmend zu einer Fokussierung auf den autonomen Menschen. Das führte zu einer Liberalisierung der Moral und des Rechts, aber auch zur Etablierung neuer Tabus sowie neuer, mit der digitalen Welt zusammenhängender Mechanismen ihrer Durchsetzung. Vor dem Hintergrund dieser Vermutung fragt Bonelli: In welchem Sinn gibt es nicht nur in (post)kommunistischen Regimes wie China oder Russland Tabus und Denkverbote, die ihre Staatsideologie absichern, sondern auch in den westlichen Demokratien? (67)
„Die westlichen Tabus […] machen es bis heute beinahe unmöglich, öffentlichkeitswirksam über bestimmte Themen zu sprechen oder Meinungen zu äußern. Durch die Tabuisierung dieser Themen entstand eine Dissonanz zwischen der präsentierten und der tatsächlich wahrgenommenen Wirklichkeit. So kam es bei vielen Menschen zu dem Gefühl, Offensichtliches und Logisches nicht mehr sagen zu dürfen. Und zu einer zunehmenden Unzufriedenheit mit den herrschenden Parteien, die sich in aktuellen Wahlergebnissen in Europa und den USA niederschlagen. Der Meinungskorridor, in dem gesagt werden darf, was gedacht wird, verengte sich zunehmend“ (68f).
Nimmt man eine Rede Ursula von der Leyens zum Maßstab, erscheint auch Vances Sorge um die Meinungsfreiheit in Europa nicht unbegründet. Die Präsidentin der Europäischen Union warb im Frühjahr 2025 dafür, „gefährliche Meinungen und Ansichten“ – sie gebrauchte die Worte Manipulation und Desinformation – „im Keim zu ersticken, noch bevor sie geäußert werden können“ (153). In diesem Zusammenhang verglich sie Meinungen mit einem Virus: „Es sei besser, das Virus durch Impfung zu vernichten, als es zu behandeln, wenn es den Menschen bereits infiziert habe“ (153).
Die Gefahren derartiger Präventiv- und Kontrollmaßnahmen liegen für Bonelli auf der Hand: „Eine Zensur als vorbeugende Maßnahme, indem unliebsame Meinungen und Ansichten, die berüchtigte Hatespeech, mit Desinformation in einen Topf geworfen werden“ (152f). Zudem macht nachdenklich: „Wie Vance in seiner Rede hervorhob, war das Schlagwort ‚Desinformation‘ ein Schlüsselbegriff in der Tabuisierungsstrategie der Sowjetunion“ (58).
Die Europäische Union hat nun ausgerechnet diesen Begriff aus der Schublade geholt. So gibt es einen „Aktionsplan gegen Desinformation“ (2018) sowie einen „Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation“ (2018, 2022), „der Online-Plattformen verpflichtet, ‚falsche‘ Nachrichten zu löschen (was das ist und wer das bestimmt, ist ungeklärt)“. Am 17. Februar 2025 trat darüber hinaus ein „Digital Services Act“ in Kraft, der darauf abziele, „unliebsame Nachrichten zu unterdrücken“ (63).
„Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, […] bezeichnete das Gesetz als institutionalisierte Zensur und kritisierte, dass die externen Faktenprüfer politisch voreingenommen seien und dadurch das Vertrauen der Nutzer in die Plattformen untergraben hätten“ (63f).
Links-woke Identitätspolitik und moralischer Narzissmus
Eine zentrale Rolle spielten Tabus in der Woke-Bewegung. Sie möchte das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten wachhalten (“woke” bedeutet “wach”). Seit die Wokeness-Bewegung von den USA nach Europa herübergeschwappt ist, dreht sich der öffentliche Diskurs immer häufiger und hitziger um Themen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie, Gendersprache, Political Correctness, Postkolonialismus, kulturelle Aneignung usf. Wohin der Wokeismus gelangt entbrennt ein Kulturkampf.
Der Wokeismus, von seinen Kritikern auch als Kulturmarxis-mus bezeichnet, hat einen atemberaubenden Marsch durch die Institutionen hingelegt. Er adaptierte dazu (neo)marxistische Denkformen. Nachdem links-orientierte Parteien bei der Arbeiterklasse immer weniger punkten konnten, warben sie um die Stimmen gesellschaftlicher Minderheiten und betrieben Interessenspolitik für Migranten, Feministen, die LGTBQIA+-Community etc.
Der Wokeismus weist Dynamiken auf, die sich vor dem Hintergrund der Funktionsweise von Tabus verständlich machen lassen. Die Woke-Bewegung definiert sich durch das Eintreten für benachteiligte Gruppen oder Minderheiten. Deren Identität bestimmt sie über kollektive Stereotype (z. B. Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, Gesundheit, Ethnie etc.). Durch die Möglichkeit der intersektionelle Kombination solcher Merkmale (z. B. farbige, lesbische Frau) kommt es zu einem regelrechten Kastensystem, an dessen ebenso privilegierter wie diskriminierender Spitze der weiße, heterosexuelle, gut ausgebildete, beruflich erfolgreiche, westliche Mann steht. Links-woke Identitätspolitik funktioniert dabei freilich nur, solange Konflikte zwischen diesen Gruppen tabu sind, weshalb solche Konflikte unterdrückt werden.
Ein Beispiel: „Da die Transsexualität ideologisiert und in die woke LGTBQIA+-Community aufgenomen wurde, ist Kritik tabuisiert“ (91). Deshalb toleriert die Woke-Bewegung auch keinerlei Kritik von Feministinnen an sogenannten Trans-Frauen (d. h. biologischen Männern, die sich als Frau fühlen und als solche anerkannt und behandelt werden wollen). Das gilt nicht einmal dann, wenn es um den Sport, um Frauentoiletten oder Frauengefängnisse geht; denn es würde die Einheit der Woke-Bewegung gefährden. Wird etwa eine weltberühmte Autorin wie J.K. Rowling von Mitgliedern der Woke-Bewegung gecancelt, so ist das nicht nur Ausdruck sachlicher Kritik. Es dient vielmehr auch der Disziplinierung nach innen, der Stabilisierung der Woke-Community. Wer sozusagen nicht auf allen Ebenen für die Unterdrückten ist, der muss ausgeschlossen werden. Wer die richtige Überzeugung hat, ist dabei; wer sie nicht hat, fliegt raus. Bonellis Analyse links-politischer Befreiungs- und Gerechtigkeitsbewegungen von der 68er-Bewegung bis hin zum Wokeismus fällt kritisch aus:
„Die Nachwehen der 68er und der Wokeismus haben den Westen zu einem Monster stilisiert, wie die Mythologie es nicht besser hätte hervorbringen können. Der Westen und die Menschen, die sich ihm zurechnen, sind, so die These, schuld an fast allem Übel in der Welt“ (144).
Die europäische Politik kennzeichnet nach Bonelli eine Verbindung von moralischem Narzissmus und kulturellem Selbsthass. Für die links-woke Gesellschaftsanalyse spielen Kolo-nialismus-, Sexismus-, Rassismus- und andere gesellschaftspolitisch relevante Unterdrückungsdiskurse eine entscheidende Rolle:
„Als ‚Kolonialisten‘ sind sie [d. h. die Menschen der westlichen Welt; D. K.] schuld an der wirtschaftlichen Gegenwart des afrikanischen Kontinents sowie an den Kriegen im Nahen Osten. Als Sexisten stehen Männer unter Generalverdacht, in Frauen nichts anderes als fleischliche Objekte zu sehen. Rassismus sei so tief in der Gesellschaft verwurzelt, dass als Sühne die Willkommenskultur ausgerufen werden müsste. Und die CO2-Emissionen des Westens sind die Ursache für die Zerstörung des Planeten“ (144).
Hinter der schonungslosen Geißelung der eigenen Herkunftskultur verberge sich bei genauerem Hinsehen indes ein moralischer Narzissmus (Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit). Er verbindet das Bewusstsein moralischer Überlegenheit mit Zuweisungen von Kollektivschuld, die jemandem allein dadurch anhafte, dass er zu einer bestimmten Gruppe oder Kultur mit einer (wirklichen oder angeblichen) Unterdrückungsgeschichte gehöre. Bonelli führt aus:
„Bereits bei der Geburt in diese westliche Welt scheint man alle Unschuld verloren zu haben für Geschehnisse, die teilweise Jahrhunderte zurückliegen. Keine feindliche Propaganda hätte ein so schlechtes Bild des Westens zeichnen können, wie es die im Westen entstandene Wokeismus-Bewegung geschafft hat. Doch dieser ganze neue Anstand sind inszenierte, selbstgefällige Selbstgeißelungen: Denn in Wirklichkeit kritisiert man nicht sich selbst, sondern seine reaktionären Vorgänger, und vor allem die eigene reaktionäre Herrschaftskultur. Man selbst kann sich die Rolle des moralisch Hochstehenden zuweisen, der Anständige, der all diese skandalösen Missstände anprangert und mit ihnen aufräumt. Der ‚anständige‘ alte weiße Mann schimpft heute auf den ‚alten weißen Mann‘ und merkt gar nicht mehr, was er da sagt“ (144f).
Der Wokeismus dürfte seinen Zenit – so Bonellis Einschätzung – inzwischen allerdings überschritten haben. Das Pendel hat begonnen, in die andere Richtung zu schwingen. Es gibt immer mehr Bürger, die nicht mehr bereit sind, sich allerlei Sprachverbote auferlegen zu lassen oder für unliebsame Meinungen an den medialen Pranger gestellt, der Hetze oder gar der Hassrede bezichtigt zu werden. Sie haben begonnen, sich die freie Meinungsäußerung zurückholen: nach Bonelli eine Art Aufstand der normalen Menschen. Nach Bonellis Einschätzung erleben wir gerade eine „Implosion“ von „überflüssigen Tabus“ (17).
Der Paradigmenwechsel liegt nach Bonelli in der Hand der Bürger. Mit ihm würde ein Paradigma ablöst werden, das mit dem Marsch durch die Institutionen der 68er begann und in der Politik des Wokeismus gipfelte (204).
Einige der in der Gegenwartskultur vorherrschenden Tabus, die Bonelli thematisiert, verdanken sich dem Wokeismus.
Zeitgeistige Tabus
Da ist zunächst das Migrations-Tabu (69-81). In seinem Zuge wurden kritische Stimmen zur Migrationspolitik (man denke etwa das Merkel-Diktum: „Wir schaffen das!“) lange als rechtspopulistische Positionen oder auch als Verschwörungstheorien abgetan. Zudem wurden die Probleme, die eine Massenimmigration mit sich bringt, verdrängt oder verleugnet. Dazu gehören mangelnde Integrationsbereitschaft, ansteigende Gewaltdelikte, der Import von „muslimi-schem“ Antisemitismus, die Abwertung von Frauen, die Ausbeutung von Immigranten für Arbeiten, die bei uns niemand machen möchte; nicht zu reden von den enormen Kosten für den Staatshaushalt etc.
Mit dem Migrations-Tabu hängt das demografische Tabu zusammen (82-87). Aufgrund der niedrigen Geburtenrate steht unser Sozialsystem und mit ihm der Generationenvertrag vor der Gefahr eines Kollapses (1,3 statt der benötigten Kinder 2,1 pro Frau). Statt dem demografischen Problem ins Auge zu sehen, ignorierten es Medien und Politik. Wenn überhaupt setzt man auf Migration, was einem „reproduktiven Kolonialismus“ gleichkomme (83). „Das traditionelle Europa ist also im Untergang begriffen. Doch dieser Umstand darf in Debatten über Migration nicht laut gesagt werden“ (85). Andererseits werden Maßnahmen, den demografischen Niedergang zu bremsen, von der in der Politik vorherrschenden feministischen Doktrin vehement abgelehnt, ja bekämpft (86).
Das Gender-Tabu (87-95) gehört ebenfalls zu den wirkmächtigen Tabus des Zeitgeistes. Die Hüter des Tabus setzen nicht auf das bessere Argument, sondern vielmehr auf soziale Ächtung. Dazu gehört: „Tabuisierte Meinungen werden nicht kritisiert, sondern pathologisiert“ (16). Äußert jemand beispielsweise die Meinung, das biologische Geschlecht mache einen Menschen zu einem Mann oder einer Frau, so muss er damit rechnen, der Transphobie bezichtigt zu werden. Eine Phobie ist aber nichts anderes als eine Pathologie.
Bonelli referiert unter anderem den Fall der Biologin Marie-Luise Vollbrecht, die 2022 an der Humboldt-Universität ein Referat mit folgendem Titel halten wollte: Geschlecht ist nicht gleich Geschlecht. Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt. Nachdem kritische Stimmen laut wurden, „verschob die Universität das Referat zunächst“, schließlich ‚distanzierte‘ sie sich von der Biologin. Kurz: Sie wurde ein Opfer der Cancel-Culture. Erst nach einem anderthalbjährigen Rechtsstreit entschied ein Berliner Verwaltungsgericht, die Argumentation der Universität, „Vollbrechts Aussagen stünden nicht in Einklang mit ihrem Leitbild und ihren Werten, seien also unwissenschaftlich, sei ein Werturteil ohne tragfähige Grundlage“ (88).
Ein anderes Beispiel: In Deutschland trat am 1. November 2024 das Selbstbestimmungsgesetz in Kraft, dem zufolge Bürger ab dem 14. Lebensjahr ohne Angabe von Gründen einmal pro Jahr vor dem Staat ihren Geschlechtseintrag und ihren Vorna-men ändern können. Das Gesetz untersagt darüber hinaus die Ansprache von Transpersonen mit dem biologischen Geschlecht (genannt: Misgendern). Ebenso untersagt es die Ansprache von Transpersonen mit dem ursprünglichen Vornamen (genannt: Deadnaming). Allein ein Hinweis auf das biologische Geschlecht könne mit einer Strafe bis zu 10.000 Euro geahndet werden (92). Dieses Gesetz war nicht das Ergebnis einer gesellschaftlichen Diskussion auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern wurde von der Ampel-Regierung gegen den Willen der Bürger durchgesetzt. Links-woke Identitätspolitik wurde so unter dem Vorwand, Gerechtigkeit für Minderheiten herzustellen, einmal mehr zum Erfüllungsgehilfen narzisstischer Partikularinteressen.
Kurz und bündig behandelt Bonelli das Klima-Tabu (96-100), das Abtreibungs-Tabu (101-104) sowie das Corona-Tabu (104-108). Anhand von Beispielen versucht er zu verdeutlichen, dass dem Mainstream-Narrativ zuwiderlaufende Sichtweisen oft reflexartig als rechts, radikal, irrational, unwissenschaftlich abqualifiziert wurden und werden.
Schließlich konstatiert Bonelli, dass es auch ein Gottes-Tabu (108-116) gebe. An Gott zu glauben, sei inzwischen ein Tabu geworden (108). Der Glaube an Gott werde vielfach nur solange toleriert, solange es sich nicht um einen verbindlichen, den Menschen herausfordernden Glauben handle: um einen Glauben, der Werte und Ideale hochhält, die einer zeitgeistigen, autonomistischen, relativistischen Lebenseinstellung zuwiderlaufen (109).
Es sei heute eine häufig anzutreffende „Aggression gegen das Religiöse“ zu beobachten. Der anti-religiöse Affekt stelle dabei ein bemerkenswertes, psychologisch noch zu wenig erforschtes Phänomen dar. Allerdings lasse sich beobachten: Wenn der Glaube fehle, träten an seine Stelle oft ersatzreligiöse Einstellungen. Als Beispiele nennt Bonelli den Glauben an politische Kulte, Führerfiguren, die Wissenschaft, den Aberglauben, die Natur oder neuerdings auch das Klima (190f).
Strategien der Immunisierung und Implementierung
Bonelli benennt eine Reihe von aus der Psychologie bekannten Mechanismen, die für die Funktionsweise von Tabus relevant sind. So erläutert er etwa, dass das aggressive Verhalten (Entrüstung, Empörung, Wut etc.) angesichts eines drohenden Tabubruchs oft mit Abwehrmechanismen einhergeht.
Im Fall der Verdrängung werden unangenehme Wahrheiten nicht verarbeitet, sondern verdrängt. Ein Beispiel wäre die reflexartige Abwehr einer Diskussion um die Würde des ungeborenen Lebens: „Sie wollen Frauen hart erkämpfte Rechte wieder nehmen!“ Ebenfalls bekannte Abwehrmechanismen stellen die Rationalisierung oder Intellektualisierung von abweichenden Daten oder widerstrebenden Emotionen dar, indem sie entweder umgedeutet oder auf eine abstrakte, theoretische Ebene gehoben werden. Ein Beispiel: Wer argumentiert, Migration sei „ein historischer Normalzustand, der mit komplexen geopolitischen Faktoren zusammenhängt“, der weicht damit konkreten Konflikten aus und verschiebe Probleme wie mangelnde Integration oder die Etablierung von Parallelgesellschaften auf eine Ebene einer akademisch-abstrakten Diskussion (127). Moderne Ideologien seien nach Bonelli oft „dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Glaubenssystem im Deckmantel der Rationalität und der Wissenschaftlichkeit einhüllen, um Menschen von dessen Autorität zu überzeugen“ (195).
Bei der Täter-Opfer-Umkehr wird der Täter als Opfer von Umständen, Systemen oder anderen Faktoren dargestellt. Dadurch kommt es zu einer Umdeutung des eigentlichen Fehl-verhaltens oder Verbrechens (133). „Das Ziel der Täter-Opfer-Umkehr ist die Ablenkung von der eigentlichen Verantwortung, der Schutz einer bestimmten Ideologie oder Gruppe und die Verhinderung einer kritischen Auseinandersetzung mit dem realen Problem. Die Täter-Opfer-Umkehr ist ein mächtiges Mittel in politischen Debatten, Medien und sozialen Bewegungen, weil sie Emotionen manipuliert und Narrative kontrolliert“ (134). So argumentierte etwa die Grünen-Politikerin Claudia Roth nach den sexuellen Übergriffen auf mehr als 600 Frauen in der Kölner Silvesternacht 2015: „Das eigentliche Problem ist nicht die Herkunft der Täter, sondern das Frauenbild unserer Gesellschaft.“ Damit machte sie nicht die Täter, sondern die gesamte Gesellschaft für die Übergriffe verantwortlich (135). Ausdruck einer Täter-Opfer-Umkehr ist auch, dass gerade „jene woken politischen Parteien, die sich den Feminismus, die Rechte der Frau und den Kampf gegen die sogenannte ‚toxische‘ Männlichkeit auf die Fahnen schreiben, alle jene als Rassisten und Ausländerfeinde bezeichneten, die diese Übergriffigkeit thematisierten“ (78).
In den Medien spielen Framing und Gatekeeping eine wichtige Rolle. Beim Gatekeeping werden bestimmte Stimmen bevorzugt. So lässt man etwa – bei der Corona-Krise ließ sich das beobachten – so gut wie ausschließlich Experten zu Wort kommen, die die eigene Sichtweise stützen. Beim Framing werde die „Berichterstattung so gestaltet, dass bestimmte Aspekte betont oder heruntergespielt werden. […] Das Ziel ist, Kontrolle über die öffentliche Meinung zu bewahren und alternative Interpretationen als ‚unseriös‘ oder ‚voreilig‘ zu diskreditieren“ (138). Bisweilen werden tabuisierte Meinungen nicht einmal als Meinungen akzeptiert, sondern als Hassrede abqualifiziert – gemäß dem Slogan: „Hass ist keine Meinung!“
„Der Anständige muss sich nicht mit den Argumenten eines Andersdenkenden beschäftigen […] Er ist selbst im Recht, der andere im Unrecht. Die emotionale Abwehrhaltung führt dabei oft zu wütenden Angriffen, die allerdings damit legitimiert werden, dass die ‚Toleranz‘, die ‚Demokratie‘ oder gar der ganze ‚Planet‘ gerettet werden müssen. Ihre überhebliche Intoleranz ist aber niemals Hassrede – ‚Hatespeech‘. Auch dieser Begriff ist ausschließlich für die Bösen, die Ketzer, die Unanständigen reserviert. Der Anstand wird zum hehren Ziel, für das jedes Mittel recht scheint. Dabei werden Freiheit, Grund-rechte und Menschenwürde des anderen mit Füßen getreten“ (147f).
Im weiteren Verlauf des Buches erläutert Bonelli verschiedene Methoden der Manipulation und Propaganda, die bei der Steuerung politischer Diskurse eine Rolle spielen. Dazu gehöre die Ersetzung alter Tabus durch neue Tabus. Er orientiert sich dabei an Henry T. Conservas Handbuch für Propagandatechniken (154-178).
Überwindung dysfunktionaler Tabus
Wie dysfunktionale Tabus überwinden? Bonelli leistet zunächst einen Beitrag zu dieser Frage, indem er deutlich macht, welche Funktion Tabus haben und welche Mechanismen bei ihrer Entstehung und Durchsetzung eine Rolle spielen. Darüber hinaus bietet er Vorschläge, wie sich irrationale und dysfunktionale Tabus entlarven und entmachten lassen. Im Prinzip schlägt er drei Heilmittel vor: erstens die freimütige Rede, zweitens den offenen Dialog und drittens die Bereitschaft zur kritischen Prüfung.
Die Bürger sollten sich gerade nicht einschüchtern lassen. Vielmehr sollten sie mutig von ihrer Redefrei-heit Gebrauch machen, gemäß dem Grundsatz: Wehret den Anfängen! Das heißt, den Anfängen totalitärer Bestrebungen, das Denken durch Sprachtabus zu manipulieren (194). Allerdings bedürfe es dazu der Liebe zur Wahrheit, wie sie in der Parrhesia zum Ausdruck kommt:
„Wer Parrhesia praktiziert, sieht es als Pflicht, die für sich erkannte Wahrheit auszusprechen, auch wenn es das Eigeninteresse gefährdet.“ Er „wählt – wenn es sein muss – Ehrlichkeit statt Überredung, Kritik statt Schmeichelei und Risiko statt Sicherheit. Parrhesia ist das Heilmittel gegen Lüge, Denkvorschriften und Sprachpolizei“ (195).
Es sei kein Zufall, dass so gut wie „alle bedeutenden Menschen der Geschichte zu einem bestimmten Punkt ihres Lebens als Tabubrecher galten. Sie entlarvten ein mächtiges, dysfunktionales Tabu, das niemand braucht, das aber die Menschen quälte. Und sie sprachen als Erste das Unaussprechliche aus: ‚Dieses Tabu ist überflüssig‘“(187f).
Sodann sei es unerlässlich, den offenen Dialog zu pflegen. Die Geschichte lehre uns nämlich, so die Historikerin Gundula Walterskirchen, dass die Einschränkung der Freiheit mit einer Einschränkung des öffentlichen Diskurses beginne. Und damit mit der Einschränkung öffentlicher Kritik und Redefreiheit (192f).
Nach Karl Popper, einem der Hauptvertreter des Kritischen Rationalismus, müssen sich wissenschaftliche Hypothesen und Theorien an kritischer Prüfung bewähren. Das gilt im Grunde für alle Überzeugungen. Mit Paulus gesprochen gilt: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1 Thess 5,21). Angewendet auf Tabus gilt es zu prüfen, ob die Wertvorstellungen, die ihnen zugrunde liegen und die sie schützen wollen, dem Menschen entsprechen und zu seiner Entfaltung beitragen.
Kritische Würdigung
Bonellis Ausführungen zur Rolle und Funktion von Tabus eröffnen ein vertieftes Verständnis der Gegenwartskultur. Dazu gehört eine beachtliche Kritik modischer Tabus, die zugleich irrationale und dysfunktionale Tabus sind.
Bonellis Analyse der zahlreichen Widersprüche und Unstimmigkeiten zeitgeistiger Denk- und Sprechverbote erinnert nicht zuletzt an Poppers berühmtes Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ (1945). Popper entwickelt dort eine Verteidigung der liberalen Demokratie gegen totalitäre Strömungen des Faschismus und Marxismus, deren ideologischen Wurzeln und Methoden er analysiert und kritisiert.
Im Gegensatz zu Popper analysiert Bonelli gesellschaftspolitische Entwicklungen aus einer psychologischen Perspektive, wobei er sich vornehmlich auf links-woke Identitätspolitik konzentriert. (Ergänzend zu dieser Perspektive vergleiche E. Bockwyt, Woke. Psychologie eines Kulturkampfes, Westend: Neu-Isenburg 2024.) Nun könnte man einwenden, dass rechte Identitätspolitik die Strategien linker Identitätspolitik bisweilen adaptiert. Bonelli bestreitet das nicht. Die Analyse rechter Identitätspolitik erforderte jedoch ein eigenes Buchprojekt. Zudem stellt sich die Frage, ob es so etwas wie gesellschaftspolitisch vorherrschende Tabus gibt, die Ausdruck rechter Identitätspolitik sind. Gleichwohl wäre es verdienstlich, die Tabus genauer zu erforschen, die innerhalb rechts-populistischer oder auch nationalistisch-identitärer Bewegungen eine Rolle spielen.
Statt linker oder rechter Identitätspolitik, die Gruppeninteressen bedient, bräuchten wir mehr denn je ein dem abendländischen Universalis-mus verpflichteten Menschenbild sowie einer entsprechenden Gesell-schaftslehre. In diesem Sinn bedürfte es etwa einer Rückbesinnung der Menschenrechte auf ihre Grundlagen im klassischen Naturrechtsdenken.
Gregor Puppinck hat in seiner Untersuchung „Der denaturierte Mensch und seine Rechte“ (dt. 2020) auf eklatante Fehlentwicklungen im Menschenrechtsdiskurs hingewiesen, wie sie sich etwa in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte niederschlagen.
Man hätte neue Rechte geschaffen, wie etwa auf Abtreibung, Euthanasie, Pränataldiagnostik, Leihmutterschaft, gleichgeschlechtliche Ehe etc. Auf der Grundlage eines neuen Menschenbildes werde ein Moralkodex mit universellem Geltungsanspruch formuliert, der mit bürokratischen Methoden durchgesetzt werde.
Tabu. Was wir nicht denken dürfen und warum macht Raphael Bonelli zu einer profilierten Stimme in der Debatte um eine Gesellschaft, die sich für frei und tolerant hält und dennoch keinen Raum für abweichende Meinungen lässt. Eine Stimme, die Gehör verdient. Eine Stimme, die die offene Gesellschaft beherzt gegen ihre neuen, meist woken Feinde verteidigt.
