William Lane Craig

Dieser Beitrag erschien zuerst in: Michael Durst & Birgit Jeggle-Merz (Hg.), Jugend in Kirche und Theologie, Theologische Beiträge, Herder: Freiburg 2019, S. 195-217
William Lane Craig
Philosoph, Apologet, Apostel
Kennen Sie William Lane Craig?
Die Ausführungen dieses Beitrags zeichnen ein Portrait von William Lane Craig. Ihr Interesse gilt neben seinen Verdiensten für die Wissenschaft vor allem der Bedeutung seines Lebenswerkes für die Glaubensverantwortung und Neuevangelisierung.
In englischsprachigen Kirchen- und Theologenkreisen ist er bekannt wie ein bunter Hund. Erwähnt man seinen Namen in unseren Breiten, heißt es dagegen meist: Wie bitte? Craig. Nein, kenne ich nicht.
William Lane Craig ist in der persönlichen Begegnung höflich und zuvorkommend, im Auftreten seriös und in der Diskussion ebenso freundlich wie auf die Sache gerichtet. So wie ihn stellt man sich einen amerikanischen Gentleman vor. Einzig seine Vorliebe für bunte Krawatten mit Tiermotiven konterkariert sein sonst so seriöses Erscheinungsbild. Aber womöglich meint ja seine Gattin, eine auflockernde Note könne bei so viel Professionalität nicht schaden.
Analytischer Philosoph in christlicher Tradition
Die Webseite The Best Schools führt ihn schon seit einigen Jahren unter den fünfzig einflussreichsten lebenden Philosophen.[1] Darüber hinaus wird man sagen dürfen: Craig steht in der Tradition großer christlicher Philosophen (wie etwa eines Origenes, Augustinus, Thomas etc.), deren philosophisches Denken vom christlichen Glauben beseelt war und sich zugleich ganz in dessen Dienst stellt.
Dabei versteht es Craig, die Ideale analytischen Philosophierens – vor allem begriffliche Präzision und argumentative Stringenz – mit der Maxime Anselms von Canterbury zu verbinden, den Glauben mithilfe der Vernunft verständlich und einsichtig zu machen.
Craig ist übrigens nicht nur ein sehr präziser, sondern auch ein überaus produktiver Denker: Er hat dutzende Bücher verfasst oder herausgegeben; dazu kommen weit über hundert wissenschaftliche Artikel in einschlägigen Fachzeitschriften. Im religionsphilosophischen Sektor zählt er allem Anschein nach zu den meistzitierten Gegenwartsphilosophen.[2]
Im Fokus von Craigs Denken und Forschen stehen die philosophischen Grundlagen der christlichen Weltanschauung. Ebenso, nämlich Philosophical Foundations for a Christian Worldview, heißt auch ein sechshundert Seiten umfassendes Grundlagenwerk, das er gemeinsam mit dem US-amerikanischen Philosophen und Theologen James Porter Moreland (*1948) verfasst hat.[3]
Die meisten Publikationen Craigs widmen sich zentralen Fragen und Problemen im Umkreis des christlichen Theismus. Sie thematisieren Gottes Existenz und Eigenschaften, Gottes Schöpfungs- und Heilshandeln, das Problem des Übels, das Verhältnis von Gott und Zeit, die Historizität der Auferstehung Christi und ähnliches mehr. Wir werden auf einige pointierte Positionen Craigs noch zurückkommen.
Christlicher Apologet
Im Unterschied zu den meisten seiner Fachkollegen beschränken sich Craigs Aktivitäten nicht auf den fachwissenschaftlichen Diskurs. Eine weit über die akademische Welt hinausreichende Bekanntheit erlangte er als ebenso begabter wie gefragter Debattenredner. Seit den frühen 1980er Jahren stieg Craig ungezählte Male in den Ring mit prominenten Atheisten und Skeptikern, Nicht-Christen, Naturwissenschaftlern und Philosophen. Mit enormem Erfolg, wie seine Anhänger beteuern und seine Verächter anerkennen.
Im englischsprachigen Raum, insbesondere in den Vereinigten Staaten, genießt Craig nicht umsonst den Ruf, der bekannteste lebende christliche Apologet zu sein. Sam Harris, neben Richard Dawkins einer der Herolde des Neuen Atheismus und als solcher ideologischer Erzfeind Craigs, gestand einmal: „Craig ist der christliche Apologet, er hat die Gottesfurcht in viele meiner Atheisten-Kollegen eingepflanzt.“[4]
Die von Craig so geschätzte akademische Debatte knüpft an die hochmittelalterliche Tradition der universitären Disputation an. Ausgetragen wird sie meist in der Arena der universitären Öffentlichkeit, vor einem bis zum letzten Platz gefüllten Auditorium. Freilich bleiben sie nicht auf diesen Rahmen beschränkt: Dank der neuen Medien erfahren seine Debatten eine weit über den jeweiligen Anlass hinausreichende Wahrnehmung. Sie lassen sich fast alle im Netz nachverfolgen, einige sind auch als DVD erhältlich oder wurden als Bücher veröffentlicht.[5]
Die Kombination von gesellschaftlichem Kontrovers-Thema und Kampf-der-Giganten-Format ist geeignet, öffentliches Aufsehen zu erregen: Die 2011 ausgetragene Debatte zwischen Craig und Harris in Notre Dame wurde inzwischen fast 1.8 Millionen Mal auf Youtube aufgerufen. So mancher Popstar kann von solchen Klickzahlen nur träumen.
So sehr Craigs Debatten akademische Events darstellen, so wenig darf man sie sich freilich wie TV- oder Wahlkampfdebatten vorstellen, wo man mit flotten Sprüchen und publikumswirksamer Polemik mehr punktet als mit soliden Belegen und Argumenten. Nein, bei Craigs Debatten geht es im wahrsten Sinn des Wortes „zur Sache“. Die Debattenteilnehmer haben sich sehr gründlich auf das jeweilige Thema vorbereitet, um sich in der Folge einem minutiös getakteten Reglement zu unterwerfen:
Sie beginnen für gewöhnlich mit einem etwa 20-30minütigen Eröffnungsstatement, in dem sie ihre Position sowie ihre wichtigsten Argumente zum jeweiligen Thema darlegen. Darauf folgt eine gegenseitige 10-15minütige Replik, auf die eine zweite etwa 10minütige Replik sowie ein Schlussplädoyer folgt. In der verbleibenden Zeit wird das Auditorium in die Debatte eingebunden und richtet Fragen an die Opponenten. Insgesamt dauert eine Debatte dieses Formats etwa zwei Stunden.
Craig ist freilich nicht nur ein brillanter Redner, der Spaß am argumentativen Austausch hat. Er hält die akademische Debatte für ein besonders geeignetes Format, um die christliche Botschaft im universitären Raum zur Sprache zu bringen.[6] Sein enormer Erfolg gibt zu denken: Warum erscheint die Performance nicht weniger professioneller Theologen dagegen oft so blass? Was hat Craig, was so vielen anderen Theologen fehlt?
Aus den über hundert dokumentierten Debatten Craigs seien einige Beispiele angeführt, die entweder einen Bezug zur deutschen Sprachwelt haben oder Personen betreffen, die über die philosophische Fachwelt hinaus Bekanntheit erlangt haben:
- 2002 California Polytechnic State University zum Thema „The resurrection of Jesus: history or hallucination?“ mit dem evangelischen Neutestamentler Gerd Lüdemann (*1946); er hatte sich wegen der Leugnung der Auferstehung Christi ein Lehrzuchtverfahren zugezogen und schließlich seinen Lehrstuhl an der Theologischen Fakultät aufgeben müssen.[7]
- 2005 an der Universität München zum Thema „Existiert Gott?“ mit Norbert Hörster (*1937). Hörster hatte bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz inne. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Humanistischen Akademie Bayern und trat wiederholt als pointierter Religionskritiker in Erscheinung.[8]
- 2005 an der Universität Düsseldorf zum Thema „Gibt es Gott?“ mit Michael Schmidt-Salomon (*1967). Er ist Publizist und Philosoph sowie Mitbegründer und Vorstandssprecher der Giordano Bruno-Stiftung. Darüber hinaus hat er sich auch als Aktivist, Musiker und Autor von Kinderbüchern betätigt.[9]
- 2006 in Massachusetts zum Thema „Is there historical evidence for the ressurection?“ mit Barth D. Ehrmann (*1955), einem international bekannten amerikanischen Bibel- und Religionswissenschaftler. Er hatte als evangelikaler Theologe begonnen und später die Inspiration der Heiligen Schrift infrage gestellt. Heute bezeichnet er sich als Agnostiker, der sich mit der Textkritik des Neuen Testaments beschäftigt.[10]
- 2009 in Dallas zum Thema: „Does the God of Christianity exist, and what difference does it make?“ mit Christopher Hitchens (1949-2011). Hitchens war ein britisch-amerikanischer Journalist und Publizist, der neben Richard Dawkins, dem Philosophen Daniel Dennet und Sam Harris (siehe unten) zu den Speerspitzen des sogenannten Neuen Atheismus in den Vereinigten Staaten gehört(e).[11]
- 2011 an der Universität von Notre Dame zum Thema: „Is the foundation of morality natural or supernatural?“ mit Sam Harris (*1967). Harris ist ein US-amerikanischer Philosoph, Publizist und Neurowissenschaftler, der zu den medial bekanntesten und einflussreichsten Vorkämpfern des sogenannten Neuen Atheismus zählt.[12]
- 2011 in North Carolina zum Thema: „Is there evidence for God?“ mit Lawrence M. Krauss (*1954), ein kanadisch-amerikanischer theoretischer Physiker und Kosmologe, der die Auffassung verteidigt, unser Universum sei aus einem Quantenvakuum und damit „aus dem Nichts“ hervorgegangen.[13]
- 2015 an der Universität Bielefeld „Gibt es Gott?“ mit dem Bielefelder Philosophen Ansgar Beckermann (*1945). Beckermann machte als Naturalist und Religionskritiker wiederholt von sich reden. 2011 veröffentlichte Beckermann das Buch „Glaube“, in dem er den Gottesglauben als ungerechtfertigt und unvernünftig auszuweisen versucht.[14]
Nach dieser ersten Annäherung an den christlichen Philosophen und Apologeten William Lane Craig werden im folgenden Abschnitt einige wichtige Stationen im Werdegang Craigs näher beleuchtet.
Biographische Notizen
William Lane Craig wurde 1949 in Peoria, einer Stadt im Bundestaat Illinois, als das zweite dreier Kinder des Ehepaars Mallory und Doris Craig geboren.[15] Er leidet an angeborener neuraler Muskelatrophie, wodurch seine Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt ist; als Kind konnte er nicht normal laufen.[16]
Während seiner High-School-Zeit nahm Craig, gewissermaßen als Sportersatz, an Debattierwettbewerben teil. In seinem letzten Schuljahr (1966/1967) gewann Craig einen bundesstaatlichen Debattierwettbewerb in der Kategorie Redekunst (original oratory).[17] Im Alter von 16 Jahren, in der Nacht auf den 11. September 1965, bekehrte er sich zum christlichen Glauben.
Seine Bekehrungsgeschichte lassen wir ihn selbst erzählen:
„Ich war in einem ordentlichen und liebevollen Umfeld aufgewachsen, aber wir waren keine Familie, die in die Kirche ging, geschweige denn christlich war. Doch im Teenager-Alter fing ich an, mir die großen Fragen des Lebens zu stellen: ‚Wer bin ich? Warum bin ich hier? Wohin gehe ich?‘
Auf der Suche nach Antworten begann ich, eine große Kirche in unserer Gemeinde zu besuchen. Doch statt Antworten fand ich nur einen geselligen Country Club, wo man anstelle des Mitgliedsbeitrags eben jede Woche einen Dollar in die Kollekte warf. Die anderen High-School-Schüler, die in der Jugendgruppe waren und sich sonntags als Christen ausgaben, lebten für den Rest der Woche für ihren eigentlichen Gott, die Beliebtheit. Sie schienen bereit, alles dafür zu tun, beliebt zu sein.
Das nagte an mir. ‚Sie geben sich als Christen aus, aber ich führe ein besseres Leben als die‘, dachte ich bei mir. […] So nahm ich der institutionellen Kirche und den dazugehörigen Leuten gegenüber mit der Zeit eine sehr verbitterte Haltung ein. Schon bald hatte ich auch anderen Leuten gegenüber diese Haltung. ‚Niemand ist wirklich echt”, dachte ich mir. […] Und so verspürte ich irgendwann Wut und Groll gegenüber Menschen im Allgemeinen. […] „Ich brauche keine Menschen‘, dachte ich bei mir, und stürzte mich in mein Studium. […] Und dennoch wusste ich – wenn ich ehrlich war und mich selbst betrachtete –, dass ich tief im Inneren sehr wohl lieben und von anderen geliebt werden wollte. An diesem Punkt erkannte ich, dass ich genauso aufgesetzt war wie die anderen. Ich war es doch, der vorgab, niemanden zu brauchen, obwohl ich tief im Inneren wusste, dass ich das sehr wohl tat.
So richtete ich dann meinen Zorn und meinen Hass wegen meiner eigenen Heuchelei und Falschheit auf mich selbst. […] Eines Tages, als ich mich besonders mies fühlte, ging ich auf meiner High-School in die Deutschstunde und setzte mich hinter ein Mädchen, die eine von denen war, die einfach immer so glücklich sind, dass einem fast schon übel davon wird. Ich tippte sie an der Schulter an, sie drehte sich um, und ich fragte sie knurrend:
‚Sandy, warum bist du eigentlich immer so glücklich?‘ ‚Weil ich errettet bin!‘ Ich war fassungslos. So etwas hatte ich noch nie gehört. ‚Du bist was?‘, fragte ich. ‚Ich kenne Jesus als meinen persönlichen Erretter‘, erklärte sie. ‚Ich gehe in die Kirche‘, sagte ich unbeholfen. ‚Das reicht nicht, Bill‘, sagte sie. ‚Du musst ihn wirklich in deinem Herzen leben lassen.‘ Das war die Höhe! ‚Wieso würde er denn sowas tun wollen?‘, verlangte ich zu wissen. ‚Weil er dich liebt.‘
Das traf mich wie ein Blitz. Hier saß ich nun, voller Wut und Hass, und sie sagt, es gebe jemanden, der mich liebt. Und zwar niemanden Geringeren als den Gott des Universums! Das haute mich einfach um. Der Gedanke, dass der Gott des Universums mich, Bill Craig, lieben sollte […] löste bei mir die schmerzhafteste Zeit des In-mich-Gehens aus, die ich jemals durchgemacht habe. Ich besorgte mir ein Neues Testament und las es von der ersten bis zur letzten Seite. Und dabei zog mich dieser Jesus von Nazareth komplett in seinen Bann. In seiner Lehre steckte eine Weisheit, die ich davor noch nie gesehen hatte und in seinem Leben eine Authentizität, die nicht zu jenen Leuten in meiner Kirche passte, die von sich behaupteten, ihm nachzufolgen. Ich wusste, ich durfte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.“
In der Zwischenzeit stellte mir Sandy andere Christen auf der High-School vor. Solche Leute hatte ich davor noch nie getroffen! Was auch immer sie über Jesus sagten: Es war nicht zu leugnen, dass sie auf einer Realitätsebene lebten, von deren Existenz ich nicht einmal zu träumen wagte, und es gab ihrem Leben tiefen Sinn und Freude, nach denen ich mich so sehr sehnte.
Lange Rede, kurzer Sinn: meine spirituelle Suche dauerte noch sechs Monate. Ich ging zu christlichen Veranstaltungen, las christliche Bücher und suchte Gott im Gebet. Schließlich war ich mit meinem Latein am Ende, und ich schrie zu Gott. Ich schrie all die Wut und Bitterkeit, die sich in mir aufgestaut hatte, heraus, und gleichzeitig verspürte ich diese riesige Freude, die in mir immer größer wurde, wie ein Luftballon, den man aufbläst, bis er fast platzt! Ich weiß noch, wie ich nach draußen eilte, es war eine klare Sommernacht, und man konnte die Milchstraße am ganzen Himmel sehen. Und als ich zu den Sternen aufblickte, dachte ich bei mir: „Gott! Ich kenne Gott jetzt!“ Dieser Moment veränderte mein ganzes Leben.[18]
Nach Abschluss der High School besuchte Craig das unweit von Chicago gelegene, evangelikal geprägte Wheaton College – im Ranking der besten christlichen US-Colleges wurde es im Studienjahr 2017/18 an zweiter Stelle geführt.[19] Ebendort wuchs in ihm der Wunsch, die christliche Botschaft mit den Mitteln der Vernunft und im Diskurs mit den intellektuellen Eliten zu erläutern und zu verteidigen.[20]
Seine Grundstudien schloss Craig 1971 im Alter von 22 Jahren mit einem Bachelor in Communications ab.[21] Im selben Jahr heiratete er seine Freundin Jan, die er bei der christlichen Jugendarbeit am Campus kennengelernt hatte.[22] Daraufhin schrieb er sich in einen religionsphilosophischen Studiengang an der Trinity Evangelical Divinity School im Norden Chicagos ein. Es folgten zwei Masterabschlüsse in Kirchengeschichte (1974) und Religionsphilosophie (1975).
Von 1975 bis 1977 arbeitete Craig an seinen philosophischen Doktoratsstudien. Sie führten Craig an die Universität von Birmingham (England). Wegen der damals dominierenden Metaphysikkritik innerhalb der analytischen Philosophie hatte Craig nach eigener Aussage in den Staaten niemanden finden können, der eine Arbeit über philosophische Argumente für die Existenz Gottes hätte betreuen können und wollen.[23] Craig wandte sich daher an den renommierten englischen Religionsphilosophen John Hick (1922-2012), der etwas später für seine programmatische Ausarbeitung des religionstheologischen Pluralismus auch in fachtheologischen Kreisen größere Bekanntheit erlangen sollte. Bei ihm arbeitete Craig über eine Version des kosmologischen Arguments für die Existenz Gottes, das sogenannte Kalām-Argument.[24]
Im Vorfeld der Promotion waren finanzielle Probleme zu überwinden gewesen. Die Universität von Birmingham hatte von Craig eine Bestätigung seiner Bank verlangt, dass er über sämtliche für das Promotionsstudium erforderlichen Geldmittel verfügte. So wollte man im Fall von Auslandstudenten offenbar vorzeitigen Studienabbrechern vorbeugen. Craig fand eine aus europäischer Perspektive typisch amerikanisch anmutende Lösung des Problems:
„Nun, so viel Geld hatten wir nicht. Wir waren arm wie Kirchenmäuse. […] Damals wurden ausländischen Studenten von den […] britischen Universitäten keine Stipendien gewährt. Wir mussten uns das Geld selbst beschaffen. Und so fingen wir an, jeden Morgen und Abend dafür zu beten, dass der Herr uns irgendwie mit Mitteln versorgen würde. Wir verabredeten uns mit einem nichtchristlichen Geschäftsmann, von dessen Familie Jan als Mitarbeiterin von Campus für Christus unterstützt wurde, und legten ihm dar, wozu uns Gott unserer Meinung nach berief. Und dieser nichtchristliche Geschäftsmann schenkte uns […] alles Geld, das wir für das Doktoratsstudium […] benötigten!“[25]
Nach Abschluss seiner philosophischen Dissertation bewarb sich Craig 1978 erfolgreich um ein Postdoc-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Unter der wissenschaftlichen Ägide von Wolfhart Pannenberg (1928-2014) verfasste er an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Lizentiats-Dissertation zur Historizität der Auferstehung Jesu.[26]
1980 erhielt Craig eine Stelle als Assistent Professor an der Trinity Evangelical Divinity School und lehrte dort bis 1986 Religionsphilosophie. Nach einem Jahr als Associate Professor am Westmont College zog Craig 1987 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wieder nach Europa, wo er für weitere sieben Jahre als Visiting Researcher an der Katholischen Universität Leuven (Belgien) forschte. In dieser Zeit entstanden sieben Bücher, die sich insbesondere mit Gottes Verhältnis zur Zeit und seinem Vorherwissen freier menschlicher Handlungen beschäftigen.[27]
1994 wechselte Craig auf Einladung von James Porter Moreland und R. Douglas Geivett an das Department of Philosophy and Ethics der Talbot School of Theology in Los Angeles. Er hat dort bis heute eine Forschungsprofessur inne, die ihm große Bewegungsfreiheit ermöglicht. 2014 wurde Craig darüber hinaus als Professor für Philosophie an der Houston Baptist University berufen.
Seit einigen Jahren versucht Craig, die neuen Medien für seine Mission stärker zu nützen. So rief er den Online-Apologetik-Dienst ReasonableFaith.org ins Leben. Dieser Dienst, der auch eine App umfasst, verfolgt das Ziel, den christlichen Glauben in der Öffentlichkeit verständlich und fachkundig zur Sprache zu bringen. Dabei kommen Themen zur Sprache wie etwa die Existenz Gottes, der Sinn des Lebens, die Objektivität der Wahrheit, die Fundierung moralischer Werte, die Erschaffung des Universums, Intelligent Design, die Verlässlichkeit der Evangelien, die Einzigartigkeit Jesu, die Historizität der Auferstehung, die Herausforderung des religiösen Pluralismus etc.[28]
Seit 2007 erläutert Craig zentrale Inhalte des christlichen Glaubens auch im Rahmen einer Sunday School. Die Lehreinheiten können im Netz mitverfolgt werden. Sie verfolgen drei Ziele: „1. Christen zu schulen, christliche Grundwahrheiten zu verstehen, zu vermitteln und zu verteidigen, um jederzeit bereit zu sein, den Glauben gegenüber jedermann zu verteidigen, der nach dem Grund unserer Hoffnung fragt. […] 2. Mit dem Evangelium jene zu erreichen, die Christus noch nicht kennen […]. 3. Eine entflammte Gemeinschaft gegenseitiger Ermutigung und Fürsorge zu sein.”[29]
Abschließend sei noch erwähnt, dass die Biola University, eine private christliche Hochschule in Kalifornien, 2017 in Anerkennung von William Lane Craigs akademischen Leistungen einen Stiftungslehrstuhl schuf: den William Lane Craig Endowed Chair in Philosophy.[30]
Pointierte Positionen
Im Folgenden greife ich exemplarisch vier Positionen Craigs heraus, für die er bekannt geworden ist und die einen nachhaltigen Einfluss auf die akademische Diskussion ausgeübt haben und ausüben.
a) Gottesbeweise
Craig verteidigt in seinen Veröffentlichungen und Vorträgen eine Reihe philosophischer Argumente für die Existenz Gottes. Dazu gehören Versionen des kosmologischen Arguments (Kalām- und Kontingenzargument), des teleologischen Arguments (aus der kosmischen Feinabstimmung), des ontologischen Arguments (modallogisch reformuliert) und des moralischen Arguments. Keines dieser Argumente vermag alle für den Theismus charakteristischen Gottesattribute auf einmal aufzuweisen. Gleichwohl ergänzen und stützen sich die genannten Argumente aus der Sicht Craigs gegenseitig, sie entfalten gemeinsam eine hohe Erklärungskraft.[31]
Craig gilt als der größte Kenner des Kalām-Arguments. Bereits zu Beginn der 1970er Jahre hatte er die Geschichte dieses altehrwürdigen Arguments im jüdischen, christlichen und muslimischen Denken zu studieren begonnen. Tief beeindruckt war er damals von dessen umsichtiger Verteidigung durch Stuart C. Hackett (1925-2012).[32] In seinen philosophischen Promotionsarbeiten entwickelte Craig dieses Argument vor dem Hintergrund des Standardmodells der modernen Kosmologie weiter und verteidigte es in zahlreichen Veröffentlichungen gegenüber Einwänden. Das Argument lautet in einer vereinfachten Version:
- Alles, was einen zeitlichen Anfang hat, hat eine Ursache für seine Existenz.
-
Das Universum hat einen zeitlichen Anfang.
-
Also hat das Universum eine Ursache für seine Existenz.
Weil eine aktual unendliche Kette (von Ursachen und Wirkungen) metaphysisch unmöglich sei, müsse die Vergangenheit endlich sein. Dann aber müsse die Ursache des Universums letztlich ein „unverursachter, anfangsloser, veränderungsloser, immaterieller, zeitloser, raumloser, unvorstellbar mächtiger, personaler Schöpfer“ sein.[33] Als solcher habe er Eigenschaften, die herkömmlich allein Gott zugeschrieben werden.
Craigs Beiträge zum Kalām-Argument haben ein enormes Echo in der Fachwelt ausgelöst. Der Philosoph Quentin Smith bemerkt im Cambridge Companion to Atheism anerkennend:
Eine Zählung der Artikel in Philosophie-Fachzeitschriften hat ergeben, dass über kein zeitgenössisches Argument irgendeines Philosophen für die Existenz Gottes mehr Artikel veröffentlicht wurden als über Craigs Verteidigung des Kalām-Arguments (…) Theisten wie Atheisten können ‘ihre Finger nicht davon lassen’.[34]
b) Vorherwissen Gottes
Craig vertritt bezüglich des Verhältnisses von göttlichem Vorherwissen und den sogenannten futura contingentia eine kompatibilistische Position. Gottes Vorherwissen umfasst nach Craig objektiv indeterminierte Quantenprozesse ebenso wie Entscheidungen, die vom freien Willen des Menschen abhängen.
Craigs eigener Lösungsansatz knüpft an die auf Luis des Molina SJ (1535-1600) zurückgehende Lehre von Gottes „mittlerem Wissen (scientia media)“ an. Molina zufolge weiß Gott von Ewigkeit her und unabhängig von irgendeiner freien Entscheidung seinerseits alles logisch und metaphysisch Mögliche (= natürliches Wissen). Darüber hinaus weiß er von Ewigkeit her und logisch unabhängig von irgendeiner freien Entscheidung seinerseits, wie jedes mit libertarischer Willensfreiheit begabte Geschöpf, das er schaffen könnte, unter allen möglichen Umständen entscheiden würde (= mittleres Wissen). Wenn Gott sich nun frei dazu entscheidet, eine Welt zu schaffen, dann weiß er von Ewigkeit her, unter Berücksichtigung des mittleren Wissens, und in Abhängigkeit von seiner freien Entscheidung, wie die tatsächliche Geschichte, sofern sie das Ergebnis kontingenter Freiheitsentscheidungen ist, verlaufen wird (= freies Wissen).[35]
William Lane Craig bezeichnete den sogenannten Molinismus als eines der „fruchtbarsten theologischen Konzepte“, die jemals entwickelt worden sind.[36] Er hat ihn nicht nur entfaltet und verteidigt, sondern ihn auch auf verschiedene Problemfelder der Theologie angewandt.[37] Dazu gehören die göttliche Vorsehung[38] und Vorherbestimmung[39], die Schriftinspiration[40], die Standhaftigkeit der Heiligen[41], der christliche Heilspartikularismus[42] sowie das Problem des Bösen.[43]
c) Gott und Zeit
In der Kontroverse zwischen Äternalismus und Sempiternalismus, also der Frage, ob Gott ewig im Sinn von zeitlos oder ewig im Sinn von zeitlich-immerwährend existiert, vertritt Craig eine für die Diskussion bemerkenswerte Mittelposition. Gott existiere unabhängig von Schöpfung zeitlos, gewinne mit der Existenz einer zeitlichen Schöpfung aber einen Zeitbezug. Er ändere sich durch diesen zumindest extrinsisch, d. h. im Verhältnis zur Welt. Abgesehen davon müsse Gott aufgrund seiner Allwissenheit wissen, welcher der gegenwärtige Zeitpunkt (im Unterschied zu vergangenen und zukünftigen Zeitpunkten) ist; und das ändere sich ständig.[44]
Craig arbeitete darüber hinaus zu Fragen der Kosmologie und der Philosophie der Zeit.[45] Er ist ein Gründungsmitglied der Philosophy of Time Society und war von 1999 bis 2006 deren Präsident.[46] Er verteidigt eine Neo-Lorentzsche Interpretation der Relativitätstheorie. Entgegen der üblichen Interpretation nimmt er aus philosophischen Gründen eine nicht von dem Standpunkt bzw. der Bewegung des jeweiligen Beobachters abhängige Zeit an, nach der das Alter des Universums zu bemessen ist. Craig bezeichnet das Universum, sofern ihm eine kosmische Zeit zugrunde liegt, auch als „Gottes Uhr“.[47]
d) Historizität der Auferweckung Jesu
Craig argumentiert in seiner bei Pannenberg angefertigten Arbeit dafür, dass in den Evangelien und den Paulusbriefen im Zusammenhang mit der Auferweckung Jesu eine Reihe erklärungsbedürftiger Ereignisse bezeugt werden. Er denkt dabei vor allem an das leere Grab, die Ostererscheinungen gegenüber Männern und Frauen, Einzelpersonen und Gruppen, Anhängern und Gegnern sowie den Osterglauben der Jünger angesichts der jüdischen Vorstellung einer endzeitlichen Auferstehung. Vor dem Hintergrund geschichtswissenschaftlicher Beurteilungsmaßstäbe erweise sich die Hypothese, dass Gott Jesus von Nazareth auferweckte, den konkurrierenden Erklärungshypothesen gegenüber (wie z. B. Betrugs-, Verwechslungs-, Halluzinationshypothese) als explanatorisch überlegen. Craig, der übrigens sehr gut Deutsch spricht, hält rückblickend fest:
„Als Christ glaubte ich natürlich an die Auferstehung Jesu, und ich war auch mit bekannten apologetischen Argumenten dafür vertraut, doch ich fand im Zug meiner Forschungen überrascht heraus, wie solide man für die Historizität der Auferstehung argumentieren kann. […] Seitdem konnte ich mit einigen der weltweit führenden Skeptikern unter den Neutestamentlern wie John Dominic Crossan, Marcus Borg, Gerd Lüdemann und Barth Ehrmann sowie mit Bestseller-Autoren wie John Shelby Spong über die Historizität der Auferstehung Jesu debattieren. Bewusst objektiv gesprochen, muss ich sagen, dass ich erschrocken zur Kenntnis genommen habe, wie ohnmächtig diese bedeutenden Gelehrten sind, wenn es darum geht, die Belege für Jesu Auferstehung zu widerlegen. […] Sehr oft, wirklich sehr oft sind es philosophische, und nicht geschichtliche Bedenken, die ihrem Skeptizismus zugrunde liegen. Doch natürlich sind diese Männer nicht philosophisch ausgebildet und begehen daher Amateurfehler, die ein ausgebildeter Philosoph leicht ausmachen kann.“[48]
Craig und die Neuevangelisierung
Zu den epochalen Entwicklungen der neueren Zeit gehört es, dass in den westlichen Gesellschaften der theistische Horizont immer mehr wegbricht. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist der Gottesglaube, vor dessen Hintergrund die Botschaft von Jesus Christus erst verständlich werden kann, zu einer eklatanten Minderheitenposition geworden. Die christlichen Kirchen wirken angesichts dieser Entwicklung hilflos und haben ihr allem Anschein nach nicht allzu viel entgegenzusetzen. Nicht selten wird die Tragweite dieses epochalen Vorgangs sogar verkannt, man ist ratlos und macht so weiter wie bisher.
Auch wenn dieser Trend schwerlich umzukehren war und ist, dürfte es auf der Ebene der wissenschaftlichen Theologie und der theologischen Ausbildung zu schwerwiegenden Fehleinschätzungen und Versäumnissen gekommen sein. So wäre es wohl schon vor Jahrzehnten dringend notwendig gewesen, der theologischen und religionspädagogischen Ausbildung eine profilierte apologetische Ausrichtung zu geben. Das genaue Gegenteil davon ist im Zuge der nachkonziliaren Grundlagenkrise der (Fundamental)Theologie offenbar geschehen: Wirft man einen Blick in die in den letzten Jahrzehnten entstandenen Einführungen in die Fundamentaltheologie, stellt man fest, dass die philosophischen Argumente für Gottes Existenz – sowohl klassische als auch zeitgenössische –, dort eher beiläufig und oberflächlich abgehandelt werden, sofern sie denn überhaupt zu Sprache kommen. Auch andere Argumente der klassischen Apologetik, die jeder Theologe gründlich studiert haben und kompetent vermitteln können sollte, sucht man in den fundamentaltheologischen Einführungen und Handbüchern der letzten Jahrzehnte oft vergeblich.[49]
Bei Generationen von angehenden Seelsorgern, Theologen und Katecheten konnte, ja musste so der Eindruck entstehen, die Argumente der klassischen und zeitgenössischen Apologetik stellten mehr oder minder überlebte Nebenschauplätze der Glaubensverantwortung und -vergewisserung dar.
Freilich: Eine Theologie, Katechese und Pastoral, die rationale Argumente derart geringachtet, hinterlässt auf die Dauer einen schalen Beigeschmack. Trotz des wissenschaftlichem Pathos, mit dem sie autritt, vermag sie nicht mehr so recht an das Wahrheitsgewissen der Menschen zu appellieren. Diese misslichen Zustände betrafen, unter anderen Vorzeichen, auch evangelikale Ausbildungsstätten. Craig erinnert sich:
„Leider war Wheaton damals überraschend schwach in Sachen Apologetik. Unser Theologieprofessor Robert Webber brachte uns bei, dass es keine guten Argumente für die Existenz Gottes gibt und alle herkömmlichen Belege widerlegt worden sind.“[50]
Zu den herausragenden Verdiensten Craigs gehört es, die verbreitete Geringachtung philosophisch-apologetischer Argumente als ebenso fatale wie epochale Fehleinschätzung entlarvt zu haben. Mit seinem Lebenswerk erbrachte Craig sozusagen den Nachweis, dass es nicht zuletzt den Gebildeten unter den Verächtern des Christentums gegenüber möglich ist, mit den Mitteln der Philosophie überzeugend für die Sache Gottes zu argumentieren.
Wenn man daher eine Lehre aus Craigs Lebenswerk ziehen möchte, dann wohl die, dass eine erfolgreiche Neuevangelisierung postchristlicher Gesellschaften unter anderem mehr als bisher auch auf eine kompetente Vermittlung guter Argumente für Gottes Existenz und die christliche Offenbarung setzen wird müssen. Das gilt zunächst und zuvorderst freilich für die theologischen Ausbildungsstätten, an denen die Grundlagen für eine gediegene Katechese und Evangelisierung vermittelt werden.
Die geistige Atmosphäre der säkularen Gesellschaft prägt das Lebensgefühl der Menschen. Sie wirkt bisweilen wie ein Filter, durch den die christliche Verkündigung nicht durchdringt. Dennoch gibt es auch in unseren Tagen genügend Menschen, die sich in ihrer Überzeugungsbildung an den verfügbaren Belegen und Argumenten orientieren möchten. William Lane Craig hat gezeigt, wie es gehen könnte. Auf der Website Reasonable Faith finden sich hunderte Zeugnisse von Menschen aus aller Welt, die durch seine Schriften, Vorträge, Debatten und Webangebote zum christlichen Glauben gekommen sind oder diesen wiedergefunden haben. Mit vier (willkürlich ausgewählten) kurzen Zeugnissen möchte ich schließen:
„Hallo, ich wollte nur danken für Dr. Craigs Einfluss auf mein Leben. Ich wuchs im säkularen Seattle auf (das Herz des liberalen Atheismus in Amerika) und fand fast ausschließlich auf der Basis von Dr. Craigs Argumenten zu Christus. Es veränderte mein ganzes Leben. Ich wechselte mein Hauptfach: vom Theater zur Philosophie, und ich wechselte an eine christliche (Hoch)Schule. Dort traf ich die Liebe meines Lebens und wir haben beide unser Leben (und unsere Beziehung) Christus geweiht, so wie Dr. Craig und seine Frau es getan haben […].“[51]
„Grüße aus Shanghai! Wir haben uns letztes Jahr getroffen, als Sie hier an der Universität Fudan vortrugen. Nach dem letztjährigen Symposion ereigneten sich hier einige erstaunliche Geschichten. […] Mehrere Leute, die Ihre letzte Vorlesung besuchten, kamen danach zum Glauben. Ich hoffe, dass Gott Sie und ihre Kollegen auf große Weise in Dienst nehmen wird, um sein Werk hier in China voranzutreiben.“[52]
„[…] Zuerst, Dr. Craig, wollte ich Ihnen für Ihren Dienst danken. Ich habe Ihre Videos und Argumente benützt, als ich in Afghanistan an der High School unterrichtete […]. Der vielleicht unglaublichste Moment war, als meine Klasse aus muslimischen afghanischen Studenten einem muslimischen Kollegen beibrachte, nicht das Argument des Korans von der literarischer Exzellenz [des Korans] zu gebrauchen, weil, wie sie erklärten, dies nicht nur ein schwaches Argument sei, sondern so gut wie sicher auf zirkuläres Denken hinausliefe. Es waren diese muslimischen Studenten, die das einzige Argument, das der Koran zu seiner Verteidigung gibt, zurückwiesen! Ich glaube, dass viele dieser Studenten sich noch immer die Debatten mit Shabir Ally ansehen und so auch wieder auf seine Debatte mit Ihnen stoßen werden.“[53]
„Vor einigen Jahren hatte ich meinen Glauben an Jesus Christus verloren. Einige Dinge, die ich auf meinen Reisen in den Irak und nach Afghanistan erlebte, veranlassten mich, den Gott, den ich kenne und liebe, infrage zu stellen. Durch Ihre Arbeit (und die anderer Apologeten) habe ich mein Leben vor kurzem Christus erneut anvertraut. Ich kann Ihnen nicht genug für all die Arbeit danken, die Sie in der Verteidigung des Glaubens leisten.“[54]
Anmerkungen
- Vgl. TheBestSchools, https://thebestschools.org/features/most-influential-living-philosophers/, Zugriff: 14.04.2019. ↑
- So Nathan Schneider: The New Theist: How William Lane Craig Became Christian Philosophy´s Boldest Apostle. In: The Chronicle of Higher Education (01.07.2013), https://www.chronicle.com/article/The-New-Theist/140019, Zugriff: 09.04.2019. ↑
- William Lane Craig & James Porter Moreland: Philosophical Foundations for a Christian Worldview, Downers Grove 2003. Als komprimierte, für Studienzwecke geeignete Ausgabe darf gelten: William Lane Craig, Reasonable Faith. Wheaton 1994, 3. überarbeitete Auflage 2008. ↑
- Schneider: The New Theist (s. o. Anm. 2; Übersetzung: D. K.). ↑
- William Lane Craig & Gerd Lüdemann. Paul Copan & Ronald Keith Tacelli (Hg.): Jesus´ Resurrection: Fact Or Figment? A Debate Between William Lane Craig & Gerd Lüdemann, Downers Grove 2000; William Lane Craig & Walter Sinnott-Armstrong: God?: A Debate Between a Christian and an Atheist, Oxford 2004. ↑
- Schneider: The New Theist (s. o. Anm. 2). ↑
- Vgl. z. B. Gerd Lüdemann: Die Auferweckung Jesu von den Toten. Ursprung und Geschichte einer Selbsttäuschung, Springe 2002. ↑
- Vgl. z. B. Norbert Hörster: Der gütige Gott und das Übel. Ein philosophisches Problem, München 2017. ↑
- Vgl. z. B. Michael Schmidt-Salomon (& Richard Dawkins & Karlheinz Deschner & Franz M. Wuketits): Vom Virus des Glaubens, Aschaffenburg 2008. ↑
- Bart D. Ehrman: Jesus im Zerrspiegel: Die verborgenen Widersprüche in der Bibel und warum es sie gibt, Gütersloh 2010. ↑
- Bekannt ist: Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet, München 2007. ↑
- Vgl. z. B. Sam Harris: Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft, Winterthur 2007. ↑
- Vgl. Lawrence M. Krauss: A Universe from Nothing: Why There Is Something Rather Than Nothing. With an Afterword by Richard Dawkins, New York 2012. ↑
- Ansgar Beckermann: Glaube, Berlin/Boston, 2013. ↑
- Vgl. Art. William Lane Craig. In: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie, https://de.wikipedia.org/wiki/William_Lane_Craig, Zugriff: 09.04.2019. ↑
- Vgl. Schneider: The New Theist (s. o. Anm. 2). ↑
- Vgl. https://www.ihsa.org/SportsActivities/IndividualEvents/RecordsHistory.aspx? url=/data/ie/ records/index.htm, Zugriff: 09.04.2019. ↑
- William Lane Craig: On Guard. Mit Verstand und Präzision den Glauben verteidigen, Neuried bei München 2015, 51-53. ↑
- Vgl. http://www.topchristiancolleges.org/top-ten.html, Zugriff: 06.04.2019. Für autobiographische Anmerkungen zur Collegewahl vgl. Craig, On Guard, 71f. ↑
- Vgl. Craig: On Guard, 72. ↑
- Vgl. Craig: On Guard, 73. ↑
- Vgl. Craig: On Guard, 72f. ↑
- Vgl. Schneider: The New Theist (s. o. Anm. 2). ↑
- Aus dieser Arbeit gingen zwei Bücher hervor: William Lane Craig: The Kalām Cosmological Argument, London 1979; ders.: The Cosmological Argument from Plato to Leibniz, London 1980. ↑
- Craig: On Guard, 74f. ↑
- Aus dieser Arbeit gingen wiederum zwei Bücher hervor: William Lane Craig: The Historical Argument for the Resurrection of Jesus During the Deist Controversy, Toronto 1985; ders.: Assessing the New Testament Evidence for the Historicity of the Resurrection of Jesus, Toronto 1989. ↑
- William Lane Craig: God, Time, and Eternity, Dordrecht 2001; ders. gem. mit Quentin Smith: Theism, Atheism, and Big Bang Cosmology, Oxford 1993; ders.: Divine Foreknowledge and Human Freedom: The Coherence of Theism I: Omniscience, Leiden 1990; ders.: No Easy Answers, Chicago 1990; ders.: The Problem of Divine Foreknowledge and Future Contingents from Aristotle to Suarez, Leiden 1988; ders.: Knowing the Truth About the Resurrection, Ann Arbor 1988; ders.: The Only Wise God: The Compatibility of Divine Foreknowledge and Human Freedom, Grand Rapids 1987. ↑
- Vgl. https://www.reasonablefaith.org/our-mission, Zugriff: 14.04.2019. ↑
- William Lane Craig: Introduction to Christian Doctrine (30.04.2007), https://www.reasonablefaith.org/podcasts/defenders-podcast-series-1/s1-introduction/introduction-to-christian-doctrine/, Zugriff: 14.04.2019 (Übersetzung: D. K.). ↑
- Joanna Wu: William Lane Craig Named in Biola´s First Endowed Chair. In: Biola Magazine 1/2017, La Mirada, California: Biola University, 15. ↑
- Vgl. William Lane Craig: Do Theistic Arguments Prove God? In: The Good Book Blog (04.04.2016), https://www.biola.edu/blogs/good-book-blog/2016/do-theistic-arguments-prove-god, Zugriff: 17.04.2019. ↑
- Vgl. Craig, On Guard, 73. Vgl. Stuart C. Hackett: The Resurrection of Theism. Prolegomena to Christian Apology, Eugene 1957, neu aufgelegt 1982 und 2009. ↑
- William Lane Craig: Do Theistic Arguments Prove God? (s. o. Anm. 31; Übersetzung: D. K.). ↑
- Vgl. Quentin Smith: Kalam Cosmological Arguments for Atheism. In: Michael Martin (Hg.): The Cambridge Companion to Atheism, New York 2007, 182–198; deutsches Zitat nach Craig, On Guard, 75. ↑
- Vgl. William Lane Craig: Middle Knowledge, In: Reasonable Faith (24.09.2007), https://www.reasonablefaith.org/writings/question-answer/middle-knowledge, Zugriff: 23. 04. 2019; John D. Laing: Art. “Middle Knowledge”. In: Internet Encyclopedia of Philosophy, https://www.iep.utm.edu/middlekn/, Zugriff: 19.04.2019. ↑
- Vgl. Craig, The Only Wise God (s. o. Anm. 27, 1999 wieder gedruckt bei Wipf & Stock), 127. ↑
- Vgl. diesbezüglich: Art. William Lane Craig. In: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie, https://en.wikipedia.org/wiki/William_Lane_Craig, Zugriff: 09.04.2019. ↑
- Vgl. William Lane Craig: Molinism vs. Calvinism. In: Reasonable Faith (19.04.2010), https://www.reasonablefaith.org/writings/question-answer/molinism-vs.-calvinism, Zugriff: 17.04.2019. ↑
- Vgl. William Lane Craig: Molinism and Divine Election. In: Reasonable Faith (20.10.2008), https://www.reasonablefaith.org/writings/question-answer/molinism-and-divine-election/, Zugriff: 19.04.2019. ↑
- Vgl. William Lane Craig: ‚Men Moved By The Holy Spirit Spoke From God‘ (2 Peter 1.21): A Middle Knowledge Perspective on Biblical Inspiration. In: Philosophia Christi NS 1 (1999) 45–82. ↑
- Vgl. William Lane Craig: Lest Anyone Should Fall: A Middle Knowledge Perspective on Perseverance and Apostolic Warnings. In: International Journal for Philosophy of Religion 29 (2/1991) 65–74. ↑
- Vgl. William Lane Craig: ‚No Other Name‘: A Middle Knowledge Perspective on the Exclusivity of Salvation through Christ. In: Faith and Philosophy 6 (1989) 172–88; ders.: Middle Knowledge and Christian Exclusivism. In: Sophia 34 (1995) 120–139. ↑
- Vgl. William Lane Craig: A Molinist Perspective on the Problem of Evil. In: Chad Meister & James K. Dew Jr. (Hg.): God and the Problem of Evil. Five Views, Downers Grove 2017, 37–55. ↑
- Vgl. z. B. William Lane Craig: Divine Timelessness and Personhood. In: International Journal for Philosophy of Religion 43 (2/1998) 109–124. ↑
- Vgl. z. B. William Lane Craig: God: Time and Eternity, Dordrecht 2001; ders.: Time and The Metaphysics of Relativity. Dordrecht 2001; ders.: Time and Eternity: Exploring God´s Relationship to Time, Wheaton 2001. ↑
- Jeff Robinson & David Baggett: Art. Craig, William Lane (1949–). In: John R. Shook: The Bloomsbury Encyclopedia of Philosophers in America: From 1600 to the Present, London 2016, 211–214. ↑
- William Lane Craig: God and the Beginning of Time. In: International Philosophical Quarterly 41 (1/2001) 17–31. ↑
- Craig: On Guard, 194f. ↑
- Man denke etwa an das von Clive Staples Lewis repopularisierte Trilemma „Lunatic, Liar, or Lord“ (vgl. ders., Mere Christianity, London 1952, 54–56). Stephan T. Davis, Christian Philosophical Theology, Oxford 2006, Kap. 9, verteidigt eine elaborierte Version des Arguments und kommt zum Schluss, dass es recht verstanden den Glauben an Jesu als inkarnierten Gottessohn als rational auszuweisen vermag (ebd. 150). Peter Kreeft zufolge, der das Trilemma zu einem Tetralemma „Lord, Liar, Lunatic or Legend“ erweitert, handelt es sich um das wichtigste Argument christlicher Apologetik (vgl. ders.: Fundamentals of the Faith: Essays in Christian Apologetics, San Francisco 1988, 59). Auch das für die klassische Apologetik so zentrale Wunderargument scheint (trotz zahlreicher unerklärbarer Phänomene, die sich auch heute ereignen) in der zeitgenössischen Fundamentaltheologie keine nennenswerte Rolle mehr zu spielen. ↑
- Craig: On Guard, 72. ↑
- Christopher, https://www.reasonablefaith.org/testimonials/, Zugriff: 23.04.2019 (Übersetzung: D. K.). ↑
- Ike, https://www.reasonablefaith.org/testimonials/, Zugriff: 23.04.2019 (Übersetzung: D. K.). ↑
- Nathan, https://www.reasonablefaith.org/testimonials/, Zugriff: 23.04.2019 (Übersetzung: D. K.). ↑
- Brad, https://www.reasonablefaith.org/testimonials/, Zugriff: 23.04.2019 (Übersetzung: D. K.). ↑
